Zum Abschluss poste ist meinen persönlichen Erfahrungsbericht, den ich für die FH zum Auslandssemester geschrieben habe.
Auslandssemster in Schweden an der BTH
„Ein Auslandssemester zu machen war die beste Entscheidung, die ich während meines Masterstudiums an der FH Hagenberg getroffen habe. Wenn man die Möglichkeit hat, während seines Studiums ein Auslandssemester zu machen, sollte man sich diese Gelegenheit auf gar keinen Fall entgehen lassen!“
Allgemeines:
Im Zuge meines Masterstudiums „Sichere Informationssysteme“ an der Fachhochschule Oberösterreich, Campus Hagenberg hatte ich im 3. Semester (WS 2008/09) die Möglichkeit, ein Auslandssemester an der „Blekinge Institute of Technology“ in Schweden zu absolvieren. Das Semester ging vom 1. September 2008 bis zum 18. Jänner 2009. Ich reiste bereits am 26.08.2008 an, da bereits am 29.08.2008 ein Welcome-Event für die Erasmus Studenten stattfand. Bei diesem Event ging es vor allem darum, wichtige Infos für den Start an der BTH zu erhalten und die anderen Erasmusstudenten kennen zu lernen. Der Start an der BTH war zwar mit viel organisatorischem Aufwand verbunden, aber die Schweden sind sehr hilfsbereit und daher war das ohne Probleme zu meistern.
Mein Auslandssemester erfolgte im Rahmen des Erasmus Austauschprogramms. Um die Förderung in Höhe von EUR 323 zu erhalten, müssen pro Monat des Auslandssemsters min. 3 ECTS Punkte erreicht werden, die von der Heimuniversität angerechnet werden.
Schweden:
Schweden hat ca. 9 Millionen Einwohner und ist ein Königreich. Im Süd-Osten, wo Ronneby und Karlskrona liegen, ist es sehr flach. Woran man schnell merkt, dass man in Schweden unterwegs ist, sind die vielen Elchschilder am Straßenrand und sehr viel Wald, da Schweden zu 56 % aus Wald besteht. Die Schweden sind eher zurückhaltend und Fremden gegenüber eher reserviert. Im Winter (Dezember) geht die Sonne in Ronneby erst um halb 9 Uhr auf und bereits um halb 4 Uhr wieder unter.
Ronneby und Karlskrona:
Ronneby und Karlskrona sind die zwei Standorte, an denen ich Vorlesungen, Kurse und Übungen hatte. Ronneby ist eine Stadt mit ca. 12.000 Einwohnern. Die Stadt liegt am Fluss Ronnebyå und bekam 1387 zum ersten Mal die Stadtrechte verliehen. Nach zwischenzeitlichem Verlust ebendieser, konnten sie 1882 endgültig zurück gewonnen werden. Ronneby wird allgemein als Herz der Region, die den Beinamen "Garten von Schweden" trägt, angesehen. Die Stadt liegt ca. 2 km vom Meer entfernt. Eine berühmte Sehenswürdigkeit von Ronneby ist der Kurpark Brunnspark. Dieser Park grenzt fast direkt an die Uni und wurde 2005 zu Schwedens schönstem Park gewählt.
Karlskrona liegt ca. 30 km östlich von Ronneby und ist mit Zug und Bus zu erreichen. Karlskrona ist der Hauptstandort der BTH und mit ca. 33.000 Einwohnen fast 3-mal so groß wie Ronneby. Karlskrona liegt direkt am Meer und ist eine Hafenstadt. Die Uni liegt nördlich des Zentrums ca. 15 Gehminuten entfernt. Die Uni ist aber durch die Bahnhaltestelle Bergåsa schnell zu erreichen. Karlskrona ist Schwedens einzige Barockstadt und berühmt für die Admiralskirche, welche die größte Holzkirche Schwedens ist.
Ronneby bietet, was das Angebot zum Ausgehen betrifft, nicht sehr viele Möglichkeiten. Im Stadtkern gibt es 2-3 Pubs, die aber bereits um 2 Uhr schließen. Es gibt eine Disco, die jedoch nur am Samstag geöffnet hat und auch nur von 11 bis 3 Uhr. Karlskrona bietet fortgehtechnisch um einiges mehr. Wenn man in Ronneby wohnt, ist das Ausgehen in Karlskrona leider mit langen Wartezeiten am Morgen verbunden, da der erste Zug erst um halb 6 Uhr zurück nach Ronneby fährt.
Anreise:
Die Anreise nach Schweden verlief problemlos. Dank der vielen hilfreichen Infos und Tipps auf der Homepage der BTH für Austauschstudenten war schnell klar, das die günstigste Anreise über Kopenhagen ist. Der erste Reiseabschnitt war mit dem Flugzeug von Wien nach Kopenhagen. Danach ging es weiter mit dem Zug von Kopenhagen bis nach Ronneby. Ronneby ist einer der Standorte der BTH (von insgesamt 3, Karlskrona, Karlsham und Ronneby). Dort angekommen musste ich für eine knappe Woche in einem Hostel einziehen, da ich mein Zimmer erst am 1. September bekam. Kosten für die Reise waren knappe 100 EUR, 50 EUR für den Flug und ca. 25 EUR für den Zug nach Wien und von Kopenhagen nach Ronneby.
Sprache:
Schwedisch ist vereinfacht gesprochen eine Mischung aus Englisch, Deutsch und „Schwedisch“. Wenn man Schweden reden hört versteht man jedoch kein Wort. Von der BTH wurde neben dem Erasmus Intensive Language Course, den ich leider nicht besuchen konnte, auch Einführungskurse zu Schwedisch angeboten, die das gleiche vermittelten wie der Kurs im Sommer. Der Kurs war 2-mal wöchentlich mit Grammatik- und Sprachprüfung am Ende. Ich besuchte auch den Aufbaukurs, der in der zweiten Lernperiode stattfand. Mittlerweise kann schon schwedische Zeitungsartikel lesen und verstehen ca. 60 % davon.
Fortbewegung:
Da zum Teil einige Kurse auf mehrere Standorte aufteilt sind, ist der Zug/Bus zwischen Karlsham, Ronneby und Karlskrona für Studenten an der BTH gratis. Der Zug von Ronneby nach Karlskrona fährt zum Beispiel zu jeder vollen Stunde und zurück immer zur halben Stunde. Dadurch kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln an der BTH gut zurecht. Neben dem Zug waren auch einige Erasmusstudenten mit dem Auto in Schweden, was sehr praktisch war, um kleinere Ausflüge zu machen.
Lebenserhaltung:
Die Lebenserhaltenskosten sind, was Lebensmittel betrifft etwa gleich oder vielleicht ein bisschen höher als in Österreich. Dabei sollte man bei Supermärkten auf Aktionen achten, da es hier oft große Preisunterschiede gibt. Sehr günstig Einkaufen kann man bei Lidl. Eine größere Auswahl bieten jedoch Supermärkte wie Willy’s und Maxi.
Wohnen bzw. Unterbringung:
Die Apartments und Zimmer für Studenten an der BTH werden von 2 Firmen vermietet. Dies sind die Firma Karlskronahem für Apartments in Karlskrona und Student Service Company für Apartments in Ronneby. Für alle Erasmusstudenten wird garantiert, dass man ein Apartment bekommt, wenn man an der BTH studiert. Ich bekam ein möbliertes Zimmer in Folkparksvägen zugewiesen. Das Zimmer hatte 22 qm mit eigenem Bad/WC und kleiner Küche. Es gab auch pro Stockwerk eine Gemeinschaftsküche, die aber nicht verwendet werden konnte, da sie nicht sehr sauber war. Weiters gab es auch eine Waschmaschine und einen Trockner, die gratis verwendet werden konnten. Die Miete beträgt 3160 SEK (ca. 285 EUR). Das Zimmer entspricht dem Standard und war für den Preis ok. Zur Uni sind es gerade einmal 5 Gehminuten, was Folkparksvägen attraktiv macht, ins Zentrum sind es jedoch ca. 2 km, was für einen schnellen Einkauf eher nicht so praktisch ist.
Die BTH:
Die BTH ist auf 3 Standorte aufgeteilt, Karlsham, Ronneby und Karlskrona wobei Karlskrona der Hauptstandort ist, da jedoch fast alle meine Vorlesungen in Ronneby waren, hatte ich mir auch dort ein Zimmer genommen. Die BTH hat eine relativ junge Universität, gegründet wurde die BTH 1989. An der BTH studieren sehr viele internationale Studenten, mehr als 30 verschiedene Nationen. Die Vorlesungsräume und Labors sind sehr modern ausgestattet und die Bibliothek hat einen großen Bestand. Sämtliche Vorlesungen der Masterstudiengänge sind auf Englisch, was es erst ermöglicht, dass so viele internationale Studenten an der BTH studieren. Sämtliche meiner Vorlesungen waren in Ronneby, nur der Sprachkurs war in Karlskrona sowie 2 Übungen.
Die besuchten Kurse waren in der Lernperiode 1 Introduction to Computer Security (7,5 ECTS), Malware (7,5 ECTS) sowie der Sprachkurs (7,5 ECTS). In der Lernperiode 2 Network Security (7,5 ECTS), Information Systems Security (7,5 ECTS) sowie der 2. Sprachkurs (7,5 ECTS). Die Kurse werden mit 6 ECTS angerechnet und er Sprachkurs mit 2 ECTS. Das ergibt in Summe in LP1 14 ECTS und in LP2 12 ECTS, da er 2. Sprachkurs nicht angerechnet wird.
Der Aufwand für die Vorlesungen war zum Teil sehr hoch, zum Teil annehmbar. Teilweise mussten wir wöchentliche Assignments mit hohem Zeitaufwand durchführen bzw. schreiben. In Malware war statt der Prüfung ein individuelles Projekt zu absolvieren, für das geplante 90 Stunden veranschlagt waren.
Die Standorte sind sehr übersichtlich und da sämtliche Hörsäle Namen wie Diamanten oder Rubinen haben, sind diese auch leicht zu finden. Die Qualität der Kurse war sehr unterschiedlich und hängt sehr stark von den Vortragenden ab. Zum Teil waren die Vorlesungen sehr interessant und gut. Es gibt leider auch Kurse, von denen ich Kollegen, die im nächsten Jahr vielleicht an der BTH ein Auslandssemester machen wollen, abraten muss.
Studentenleben:
Der Kontakt zu schwedischen Studenten war so gut wie nicht gegeben. In den Vorlesungen, die ich besuchte, waren nur in „Information Systems Security“ schwedische Studenten. Diese haben sehr wenig Interesse, mit Erasmus/International Studenten in Kontakt zu kommen. Die Anzahl an Erasmusstudenten war hingegen sehr groß. Die meisten Eramsus-Studenten kamen aus Polen, Niederlande, Frankreich, Deutschland und Spanien. Was auffällt, ist, dass sehr viele Studenten aus Pakistan ihren Master an der BTH absolvieren. Wir Erasmusstudenten in Ronneby (etwa eine Gruppe von 15-20 Studenten) haben sehr viel zusammen unternommen. Wir haben gemeinsam kleinere Ausflüge gemacht, Parties gefeiert und gemeinsam die Freizeit verbracht. Die meisten Erasmusstudenten studieren entweder Software Engeneering (Master), Computer Science (Master) oder Business Administration (meist Bachelor).
Sport:
Zirka einmal in der Woche ging es in die Schwimmhalle von Ronneby. Mit Studentenrabatt und 10er Karte kostet der Eintritt gerade einmal 10 SEK (weniger als 1 EUR). Neben einem großen Schwimmbecken gibt es dort auch eine Sauna. Weiters spielten wir einmal Kicket mit anschließendem Erkundungslauf. Auch Badminton und Fußball kann man in der Sporthalle von Ronneby spielen, das an bestimmten Tagen für BTH Studenten reserviert ist.
Ausflüge:
Vom International Office der BTH aus wurden einige Events/Ausflüge organisiert. Hier ist vor allem der Trip nach Polen zu erwähnen, wo es mit der Fähre von Karlskrona nach Gdynia (Polen) ging und wir uns die Städte Gdansk, Sopot und Gdynia angesehen haben. Es war eine tolle Fahrt und wir hatte viel Spaß. Hier muss vor allem ein großer Dank an Lina ausgesprochen werden, die an der BTH für Eramusausflüge und Veranstaltungen verantwortlich ist. Auch das Municipality Welcome Meeting war echt toll, bei dem es traditionelle schwedische Musik, Tänze und Essen gab. Weiters wurden ein Trip nach Göteborg organisiert oder kleinere Veranstaltungen wie die Vorstellung der Lucia von Karlskrona oder ein Besuch bei der Firma Ericsson. Da einige Erasmusstundenten mit dem Auto in Schweden waren, machten wir auch einige kleinere Ausflüge in die näheren Umgebung. Zum Beispiel waren wir in Kalmar, Öland, Vaxjö oder Malmö. Es ging auch für 3 Tage nach Stockholm, der Hauptstadt von Schweden sowie für ein verlängertes Wochenende nach Kopenhagen, der Hauptstadt von Dänemark.
Wetter:
Im Süden von Schweden schlägt was Wetter schnell um. Es regnet dann oft mehrere Tage durchgehend. Durch die Nähe zum Meer geht zum Teil viel Wind, vor allem in Karlskrona ist es sehr windig. Ansonsten ist das Wetter ziemlich ähnlich wie in Österreich. Wir hatten sogar das Glück, Schnee zu erleben, obwohl es im Süden von Schweden sehr selten ist, dass es schneid. Das liegt vor allem an der Nähe zum Meer und dem Wind.
Resümee:
Das Auslandssemster in Schweden war eine tolle Zeit. Es ist wohl eine der besten Gelegenheiten, eine fremde Kultur „live“ kennen zu lernen und viele Leute aus der ganzen Welt zu treffen. Auch die Gelegenheit, in eine Sprache wie Schwedisch hinein zu schnuppern, ergibt sich sicher nicht so schnell wieder. An der BTH studieren ca. 30 verschiedene Nationen, von China bis Rumänien und Nigeria. Weiters kann man auch sein Englisch verbessern, da alle Vorlesungen auf Englisch sind und die gesamte Kommunikation mit den anderen Studenten in Englisch erfolgt. Wenn ich noch einmal etwas ändern könnte dann wären dass nur 2 Fächer, die ich ausgewählt habe. Ansonsten war das Auslandssemester eine sehr gute Erfahrung, um vor allem auch sein eigenes Land und die Gebräuche, die einem selbstverständlich vorkommen, näher kennen zu lernen.
Donnerstag, 22. Januar 2009
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